Unser letztes Meisterschaftsspiel gegen die SG Wattenscheid 09

Treffen zweier „Kulturgüter“ aus dem Ruhrgebiet

Die letzten Zweifel am sportlichen Klassenverbleib unseres heutigen Gegners wurden vor rund drei Wochen nach dem überragenden 7:1 Erfolg über den SV Rödinghausen ausgeräumt. Das Team von Trainer Farat Toku zeigte wieder ganz genau die Grundeigenschaften, die das Team bereits seit einigen Jahren ihrem Anhang präsentiert: Hohe Laufbereitschaft und ein absoluter Siegeswille gepaart mit einer erstaunlichen fußballerischen Klasse. Hinzu kommt mittlerweile eine hohe Effektivität bei der Verwertung der sich bietenden Torchancen. Das Nachholspiel vom vergangenen Mittwoch gegen den Bonner SC noch nicht eingerechnet, durfte man bereits 56 Mal einen eigenen Treffer bejubeln. Damit ist man in der Liga sehr gut dabei. Interessanterweise waren 15 verschiedene Akteure im gesamten Saisonverlauf erfolgreich. Das macht die Offensivabteilung der SG Wattenscheid 09 für ihre Gegner ziemlich unberechenbar.

Leider gehörte eine andere Art der Unberechenbarkeit in den vergangenen Jahren zur Tagesordnung an der Lohrheide. Strukturelle Probleme brachten den Club an den Rand des wirtschaftlichen Abgrundes. Mal fehlte das Geld um laufende Kosten zu begleichen, dann traten Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder nach und nach zurück. Und dann gewann man als Außenstehender den Eindruck, dass diese Dinge alle gleichzeitig passieren. Der 7. November 2017, der Tag der außerordentlichen Mitgliederversammlung, war dann so ein Tag, der als „Schicksalstag“ in die Geschichte des Traditionsclubs eingehen sollte. Auf dieser Versammlung musste eine fast komplett neue Führung gefunden werden, die in der Lage ist, für die organisatorischen und vor allen Dingen wirtschaftlichen Probleme Lösungsansätze zu finden und diese auch zeitnah umzusetzen. Andernfalls hätte der von der Insolvenz bedrohte Club vor dem Ruin gestanden. Eine Vorstellung, die nicht nur in Wattenscheid mit großer Besorgnis zur Kenntnis genommen wurde. Aber es gab sie, die Leute, die Verantwortung übernehmen wollten, um den Fortbestand des Vereins zu sichern. Allen voran Immobilien-Unternehmer Oguzhan Can, der antrat, um als Chef des Aufsichtsrates stabile Strukturen zu schaffen und mit den neuen Kollegen dafür sorgte, dass man den finanziellen Verpflichtungen nachkam.

Zwar ist man in Wattenscheid immer noch nicht auf (finanziellen) Rosen gebettet, doch die Ruhe scheint außerhalb des Fußballplatzes Einzug gehalten zu haben. Eine Ruhe und Beständigkeit, die sich auch auf die Leistung der Mannschaft ausgewirkt hat. Das Team legte teilweise herausragende Leistungen an den Tag, die mit bemerkenswerten Ergebnissen belohnt wurde: Ein 3:2 Erfolg an der Hafenstraße,  ein 3:0 gegen Alemannia Aachen oder das zu Beginn erwähnte 7:1 gegen den finanzstarken SV Rödinghausen. So kann man beruhigt für eine weitere Saison in der Regionalliga West planen, zumal man vom Fußballverband die Lizenz auch ohne Auflagen erhielt. Erfolgscoach Farat Toku wird das Team auch in der kommenden Spielzeit coachen und einige Leistungsträger haben bereits signalisiert, dass sie auch in der kommenden Spielzeit in Wattenscheid unterschreiben wollen.

Jetzt also Rot-Weiß Oberhausen gegen die SG Wattenscheid 09 zum Abschluss der Regionalligasaison 2017/18. Ein Treffer zweier Traditionsclubs, die bereits in der 2. Liga häufig gegeneinander angetreten sind.

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