RWO - SV Rödinghausen 2:4

RWO verliert mit 2:4 erstmals in diesem Jahr

Auf drei anderen Plätzen der Regionalliga West fiel am Dienstagabend kein einziges Tor, im Stadion Niederrhein waren es immerhin sechs. Aber vier davon zählten für den Gast SV Rödinghausen, der den heimischen Kleeblättern beim 4:2 (3:1) die erste Niederlage des Jahres nach vier Siegen in Folge brachte. Dass der Sieg glücklich war, gab nachher Röginghausens Trainer Alfred Nijhuis zu. Und eine Rolle spielte dabei leider auch Schiedsrichter Lukaus Sauer (Bergkamen).

Vor 1678 Zuschauern entwickelte sich bei unangenehmer Temperatur, aber auf tadellosem Platz vom Anpfiff weg ein gutes Match, das sofort geprägt war durch das Bestreben der westfälischen Gäste, vor allem Oberhausens Aufbauspiel schon früh zu unterbinden. Das bedeutete: Zweikämpfe in allen Zonen des Feldes, hoch stehende Abwehr, giftige Stürmer.

RWO antwortete mit Spielwitz und Einsatz und hatte in der 13. Minute durchschlagenden Erfolg: Philipp Gödde holte sich im Mittelkreis mit einem Preßschlag gegen Lukas Kunze den Ball, stürmte Richtung Strafraum, zog zwei Abwehrspieler auf sich und passte auf der Strafraumlinie nach links, von wo Raphael Steinmetz unhaltbar zum Führungstreffer einschoss. Riesenjubel über das erste Steinmetz-Tor nach der Heimkehr aus Wuppertal, und „Steini“ bedankte sich mit einem Jubelsprung bei Trainer Mike Terranova: „Er hat immer an mich geglaubt und mir immer wieder Vertrauen gegeben.“ Die Rot-Weißen schienen nahtlos an die starke Leistung aus dem Düsseldorf-Spiel anzuknüpfen, führten den Gast jetzt phasenweise vor, aber versemmelte eine Chance nach der anderen (die besten Maik Odenthal in der 27. und Steinmetz in der 31. Minute).

Danach klappte es auf einmal nicht mehr so gut. Fahrlässig gingen Bälle verloren, seltener wurde systematisch nach vorn gespielt, auch die Abwehr zeigte leichte Unachtsamkeiten. Und in der 39. Minute hatte Schiri Sauer seinen Aufritt: Nach einer abgewehrten Flanke knallte ein Rödinghausener den Ball aus spitzem Winkel Richtung Tor und traf Verteidiger Tim Hermes am Arm. Der Ball wäre klar ans Außennetz gegangen, und der Linenrichter Armin Sieber zeigte schon zur Eckfahne, als der Schiedsrichter, der ziemlich weit vom Geschehen stand, mit erheblicher Verzögerung auf Elfmeter entschied. Marius Bülter ließ sich das Geschenk nicht entehen und versetzte Geburtstagskind Robin Udegbe (wurde am Dienstag 27) – 1:1.

Der ungerechtfertigte Strafstoß hatte Wirkung: Die letzten Minuten vor der Pause agierte RWO vogelwild, völlig durcheinander. Ex-Kleeblatt Simon Engelmann verlud an der 16-m-Linie Tim Hermes und Kai Nakowitsch und erzielte dann das 1:2 (43.). Erneut Bülter markierte per Abstauber in der Nachspielzeit der ersten Hälfte das 1:3 (45.)!

Die Rot-Weißen traten nach der Pause entschlossener und konzentrierter auf und erreichten schnell ihr erstes Ziel, den raschen Anschluss: Patrick Schikowski war der vierte oder fünfte Rot-Weiße, der nach einem Eckstoß den Ball aufs Tor knallte – sein Schuss war drin (57.). Zwar ging es nun weiter vorwiegend in eine Richtung, aber die Kleeblätter mussten immer auf der Hut sein vor einem clever konternden SV Rödinghausen, der zudem kaum ein Mätzchen ausließ, um Zeit zu machen, den Gegner zu provozieren und die Hektik auf RWO-Seite so zu erhöhen. Dabei, das darf nicht verschwiegen werden, spielt die Nijhuis-Truppe auch sehr guten Fußball.

Den Rot-Weißen gelang es trotz aller Mühen und auch mit Tarik Kurt (für Tim Hermes) als weiteren Stürmer nicht, zum Ausgleich zu kommen. Zu selten wurden gelegentliche Stockfehler der Gäste genutzt, zu selten drang man erfolgversprechend in den Strafraum ein, und in der 88. Minute machte erneut Marius Bülter alles klar. Den 2:4-Rückstand holte RWO auch trotz vier Minuten Nachspielzeit nicht mehr auf.



Aufstellung
RWO: Udegbe – Heber, Haas, Nakowitsch, Hermes (62. Kurt) – Schikowski, Ben Balla, Bauder (84. Serdar), Odenthal (73. Fleßers) – Steinmetz, Gödde. Trainer: Terranova.
Bank: Wozniak (Tor), Reinert, Lorch, Serdar, Löhden.

SVR: Schönwälder – Traore (70. Langemann), L. Kunze, Flottmann, Harder – Velagic, F. Kunze, Dantas (20. Latkowski) – März, Engelmann (85. Schlottke), Bülter. Trainer: Nijhuis.
Bank: Heimann (Tor), Steffen, Burke, Hippe.

Tore: 1:0 Steinmetz (13.), 1:1 Bülter (39., Handelfmeter), 1:2 Engelmann (43.), 1:3 Bülter (45.+2.), 2:3 Schikowski (57.), 2:4 Bülter (88.).

Gelb: Hermes, Haas – Bülter, Latkowski, L. Kunze.

Schiedsrichter: Lukas Sauer (Bergkamen) mit den Assistenten Benjamin Schäfer und Armin Sieber.

Zuschauer: 1679

Stimmen
SVR-Trainer Alfred Nijhuis: Manchmal kommt man sich bei einem Fußballspiel ja wie im Film vor. Es war unser Glück, dass wir Dantas nach 20 Minuten verletzungsbedingt auswechseln mussten, denn mit Latkowski mussten wir auch umstellen und waren gegen die guten und starken Oberhausener besser als vorher. Und kurz vor Schluss hatten wir Glück, dass Engelmann Krämpfe hatte und deswegen vom Platz kam. Vorgesehen war nämlich Bülter, der dann noch das vierte Tor macht. Also: Unser Sieg war sehr glücklich, auch aufgrund dieser Umstände und aufgrund des Elfmeters, zu dem ich eigentlich nichts sagen kann. Dass wir in Oberhausen vier Tore schießen und gewinnen, das ist schon ein Ding.

RWO-Trainer Mike Terranova: Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, früh in Führung gegangen und haben es dann verpasst, unsere Chancen zu nutzen. Zum Handelfmeter kann ich nur sagen, dass der Schiedsrichter eigentlich nichts sehen konnte und so spät entschieden hat. Abgesehen davon: So doof kann kein Spieler sein, absichtlich mit der Hand zu einem Ball zu gehen, der ohnehin nichts bewirkt. Danach waren wir ein paar Minuten sehr ungeordnet und kassieren Treffer, die so nicht fallen dürfen. Aber ich habe nicht daran geglaubt, das Spiel zu verlieren. Wir sind auch gut wiedergekommen, haben aber auch gegen eine sehr gute Abwehr gespielt. Bei uns ist noch viel Luft nach oben, besondern auch in Sachen Abschluss. 

RWO-Kapitän Patrick Bauder: Rödinghausen ist keine Dorfmannschaft, sondern sicher einer der Top-Klubs der Liga, Trotzdem hätten wir gewinnen müssen, denn wir hatten wieder genug Chancen..

RWO-Torschütze Raphael Steinmetz: Natürlich habe ich mich unheimlich darüber gefreut, endlich wieder ein Tor für meinen Verein geschossen zu haben. Aber wenn man am Ende verliert, spielt das keine Rolle mehr. Ich bin jetzt geknickt.

RWO-Angreifer Philipp Gödde: Sicherlich kann man sagen, dass wir die im Griff hatten und in der ersten halben Stunde alles hätten klären können. Aber Rödinghausen ist keine Laufkundschaft.

SVR-Torschütze Simon Engelmann: An Oberhausen habe ich gute Erinnerungen, und ich komme immer gerne. Für uns war dieser Sieg sehr wichtg, denn wir hatten zuletzt einen Negativlauf. Jetzt müssen wir nachlegen, damit wir uns wieder nach oben bewegen.

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