Wuppertaler SV - RWO 1:1

RWO schnupperte die Luft auf dem Gipfel

Für elf Minuten – von der 54. bis zur 65. - waren die Kleeblätter am Wochenende schon der Spitzenreiter der Regionalliga West! Dann traf Wuppertal zum Ausgleich, der auch den 1:1-Endstand bedeutete. Die Voraussetzungen für ein echtes Gipfeltreffen sind geschaffen: Am kommenden Sonntag kommt der KFC Uerdingen 05 ins Stadion Niederrhein.

Für die Rot-Weißen – das ist jetzt schon klar – wird sich die personelle Situation nur kaum entspannen. Gegen Wuppertal fielen, neben Patrick Bauder und Philipp Gödde, der gelbgesperrte Jannik Löhden und der erkrankte Yassin Ben Balla aus. Letztgenannter dürfte gegen Uerdingen wieder fit sein. Dafür wird Felix Haas fehlen, der kurz nach Wiederanpfiff zur zweiten Hälfte verletzt ausgewechselt werden musste. Haas war bis dahin der überragende Mann auf dem Platz. Für ihn kam als Debütant Jasper Stojan, der aus dem eigenen Nachwuchs kommt.

Die zweite Halbzeit war das eigentliche Spiel, denn im ersten Durchgang hatten sich beide Mannschaften nicht sonderlich wehgetan. Sie waren auf Ballsicherung bedacht, wollten Konterangriffe vermeiden, spielten also insgesamt sehr vorsichtig. RWO spielerisch besser, der WSV körperlich stark.

Nach dem Wechsel versuchte Wuppertal zunächst mehr, kam aber auch nur zu einer großen Chance durch Kramer, der in der 49.Minute den Zweikampf gegen Felix Haas gewinnen konnte, aber letztlich an Udegbe scheiterte. In der 54.Minute wusste WSV-Verteidiger Kevin Pytlik sich gegen den vorbeilaufenden Maik Odenthal nur durch eine ungeschickte und regelwidrige Grätsche zu helfen. Der Schiedsrichter Ernst entschied sofort auf Strafstoß und erntete keinen Protest. Odenthal schnappte sich den Ball sofort, nahm nicht viel Anlauf und sandte ins rechte untere Eck ein. Keeper Wickl hatte sich für die andere Ecke entschieden. Vor dem RWO-Fanblock durfte Odenthal sich feiern lassen.

Wuppertal agierte jetzt in der Vorwärtsbewegung entschlossener, zumal zwei zusätzliche Offensivkräfte kamen. Nur eine Minute nach ihrer Einwechslung fiel das 1:1. Im einzigen fehlerfrei vorgetragenen Angriff der Partie konnte sich Außenverteidiger Niklas Heidemann am linken Flügel durchsetzen und flankte scharf nach innen. Im Torraum stand Christopher Kramer und traf so zum Ausgleich.

Das Spiel gewann jetzt an Fahrt und Klasse, denn plötzlich wollten beide gewinnen. Wuppertal hatte Möglichkeiten, die besseren aber RWO. Dabei spielte sich der junge Jasper Stojan nach vorn, der wie selbstverständlich auch bei Angriffen in vorderster Linie zu finden war: In der 74. Minute traf er mit einem Kopfball vom Strafraumeck aus nur die Latte. Und in der 86. Minute verlängerte er geschickt kurz vor dem Torraum auf Aloy Ihenacho, der hauchdünn verpasste. Schade, für Stojan wäre es eine Krönung gewesen. Jannik Löhden sagte schon zum Wechsel: „Der Junge ist im Training sehr gut, er hat viel Potenzial. Was fehlt, ist die Spielpraxis.“

 

Wuppertaler SV – RW Oberhausen 1:1 (0:0)

Wuppertal: Wickl – Pytlik (64. Khadraoui), Duschke, Schmetz – Wirtz, Windmüller, Mandt (64. Dowidat), Heidemann – Manno, Kramer, Leikauf (82. Grebe). Trainer: Vollmerhausen.

Bank: Mroß (Tor), Bayrak, Cirillo, Gulden.

Oberhausen: Udegbe – Heber, Haas (50. Stojan), Nakowitsch, Hermes – Fleßers, Scheelen – Reinert (67. Ihenacho), Garcia, Odenthal – Schikowski. Trainer: Terranova.

Bank: Wozniak (Tor), Serdar, Langen, Kurt, Lorch.

Tore: 0:1 Odenthal (Foulelfmeter, 54.), 1:1 Kramer (67.).

Gelbe Karten: Dowidat, Pytlik – Fleßers, Garcia.

Schiedsrichter: Alexander Ernst (Schwerte).

Zuschauer: 2330.

 

Stimmen:

RWO-Kapitän Robert Fleßers: "Wir wollten den Wuppertalern, die ja nichts fürs eigene Spiel taten, nicht ins offene Messer laufen. Und denen ging es ebenso. Darum war das Spiel lange Zeit sehr ausgeglichen, aber ich denke, wir haben uns den Punkt redlich verdient. Der Platz war wieder schlecht."

RWO-Innenverteidiger Felix Haas: "Ich bin gefühlte zehn Zentimeter eingesunken und musste mich dann ganz lang machen. Dabei hat es im Oberschenkel gezwackt. Ich denke, wir haben nicht viel zugelassen und haben uns nicht aus dem Konzept bringen lassen."

WSV-Trainer Stefan Vollmerhausen: "Kompliment an meine Mannschaft nach der schweren Niederlage der Vorwoche gegen Aachen! Es war heute ein langes Abtasten, und wir sind erst allmählich ins Spiel gekommen. Der Elfmeter entsprang einem Fehler, danach hat sich meine Mannschaft gezeigt und verdient den Ausgleich geholt. Am Ende gingen uns die Körner aus, aber wir haben jetzt gegen alle Top-Teams Punkte geholt und Oberhausen ist für mich ganz klar einer der Favoriten der Liga."

RWO-Trainer Mike Terranova: "Auch in Anbetracht dessen, dass uns wichtige Spieler gefehlt haben, bin ich froh darüber, einen Punkt mitzunehmen. Drei Punkte habe ich hier zuletzt geholt, als ich noch für RWO auf dem Platz gestanden habe. Das Spiel plätscherte lange Zeit dahin, weil der Boden schlecht war und beide Mannschaften gleiche Absichten hatten. Das Elfmeter-Tor sollte uns eigentlich Sicherheit bringen, aber in der Phase danach haben wir förmlich um den Ausgleich gebettelt. Wir freuen uns jetzt auf das Spitzenspiel gegen Uerdingen."

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