11. Spieltag: Bor. Dortmund U23 – RWO 2:0 (1:0)

Rot-Weiße Niederlage gegen starke Schwarz-Gelbe und weißes Aluminium

Die letzte Partie des 11. Spieltags der Regionalliga West führte Rot-Weiß Oberhausen und die U23 von Borussia Dortmund im Stadion Rote Erde zusammen. Und die Dortmunder Hausherren verließen das weite Rund durch ein 2:0 (1:0) als Sieger.

Eigentlich war das letzte September-Wochenende für die Rot-Weißen wie gemalt. Tabellenführer Rödinghausen handelte sich eine 0:1-Niederlage bei der Reserve des 1. FC Köln ein, Verfolger Essen fing sich im heimischen Stadion ein 1:4 gegen den aktuell bärenstarken SC Verl. Mit einem Sieg in Dortmund wären die Kleeblätter bis auf vier Zähler an das Spitzenduo herangekommen. Doch im im Fußball kommt es oft erstens anders und zweitens als man denkt.

Zunächst waren die Schwarz-Gelben das tonangebende Team. RWO zeigte sich von der Wucht, die der BVB in den Offensivaktionen hatte, beeindruckt, nahm die Schläge aber wie ein Profiboxer hin, ohne wirklich ins Straucheln zu kommen. Doch die Möglichkeiten von Magnus Kaastrup (2., 5.), Steve Tunga-Malanda (7.) und BVB-Kapitän Joseph Boyamba (11.) ließen die Klasse des nach Aussage von BVB-Trainer Mike Tullberg „jüngsten Teams Deutschlands“ aufblitzen. Doch dann stockte auch dem Ex-RWO-Stürmer der Atem: Erst scheiterte Francis Ubabuike am dritten Profi-Torwart Eric Oelschlägel, dann wurde ein Schuss von Nico Klaß in letzter Sekunde geblockt und zu guter Letzt haute Maik Odenthal den Ball an die Querlatte (19.)! Der BVB, der neben Oelschlägel mit 14-Millionen-Mann Leonardo Belerdi und Mateu Morey, der vom FC Barcelona an die Strobelallee gewechselt war, insgesamt drei nominelle Profis in der Startelf aufwies – zu diesem Zeitpunkt mit dem Chancenplus – musste zumindest in dieser Wertung nach nur wenigen Sekunden den Ausgleich hinnehmen.

Oberhausen befreite sich zusehend aus der Umklammerung. Doch mitten in der stärksten Phase der Rot-Weißen setzte sich Magnus Kaastrup auf der linken Angriffsseite durch, umkurvte Julijan Popovic auf der Grundlinie und ging dann zu Boden. Schiedsrichter Kevin Domnick sah ein Vergehen des Rechtsverteidigers der Kleeblätter und sprach den Hausherren einen Strafstoß zu. Den verwandelte Kapitän Boyamba problemlos zum 1:0 (32.).

Doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Antreiber Christian März fasste sich im Gegenangriff aus 20 Metern ein Herz, doch sein Strahl landete am linken Torpfosten (33.). BVB-Keeper Oelschlägel musste im wahrsten Sinne des Wortes über sich hinauswachsen. Doch auch seine Körpergröße von 1,93 Metern plus maximale Armlänge als Verlängerung hätten ihm nicht gereicht. Da wäre der Schlussmann niemals herangekommen. Zum zweiten Mal ein Aluminiumtreffer für die Kleeblätter – zum zweiten Mal riesiges Pech für RWO.

In der 41. Minute dann der nächste Aufreger vor dem BVB-Tor: Einen Schuss von Giuseppe Pisano bekam Morey an den Arm. Zu wenig Absicht für Schiri Domnick – sein Pfiff blieb aus. Wenig später wurde Oberhausens Angreifer nach einer scharfen Hereingabe von Ubabuike durch Kolbeinn Birgir Finnsson am Einschuss gehindert. Und weil Pisano in der 42. Minute dann auch noch den rechten Torpfosten traf, war der Aluminium-Slapstick komplett. Für die Kleeblätter ging es mit dem unnötigsten Rückstand, den man sich nur vorstellen kann, in die Kabine.

Dort fand Coach Terranova vermutlich die richtigen Worte, um seine verzweifelten Schützlinge weiter zu ermutigen. Denn die legten nach dem Halbzeitwasser da nach, wo sie mit dem Pausenpfiff aufgehört haben. Jedoch waren Ubabuikes Kopfball (50.) und der Versuch von Innenverteidiger Nico Klaß (54.) zu unplatziert. Zwei Minuten später musste Davari gegen Führich seine Reaktionsschnelligkeit unter Beweis stellen. Doch der rechte Arm ging schnell genug zum Ball (56.).

Letztendlich fiel dann doch noch das 2:0 für den BVB: Nach einem Ballverlust an der Mittellinie zündete Tunga-Malanda den Turbo, startete in den RWO-Strafraum und legte dort mit der Hacke für Kaastrup ab. Für den den 18-jährigen Dänen war das 2:0 nur noch Formsache (70.).

Danach war das Spiel durch. Dass Boyamba später noch am Pfosten scheiterte, passte einfach nur noch ins Gesamtbild des Spiels (81.). Doch am Ergebnis tat sich nichts mehr. „Für mich hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen“, zählte Mike Terranova nach dem Spiel die hochkarätigen Torchancen zusammen. „Aber Dortmund war schon sehr unangenehm zu bespielen. Sie haben das sehr gut gemacht und uns von Anfang an vor eine echte Aufgabe gestellt. Nach 30 Minuten waren wir besser im Spiel und tonangebend. Aber vorne hatten wir in vielen Situationen einfach kein Glück.“

Dortmunds U23-Coach Tullberg pflichtete dem bei: „Wir waren in der Anfangsphase gut drin und haben RWO das Leben schwer gemacht. Danach war Rot-Weiß spielbestimmend. Aber sie haben uns im Spiel gehalten.“ Das hat die BVB-Reserve zum 2:0-Heimerfolg ausgenutzt.

Für RWO ändert sich in der Tabelle nicht viel. Nach der zweiten Saisonniederlage steht RWO nun nach dem 11. Spieltag auf Rang fünf der Tabelle. Nach Spieltag zwölf könnte es könnte es schon wieder zu Platz vier reichen. Grundstein dafür ist allerdings ein Heimsieg gegen den VfB Homberg. Der Aufsteiger aus Duisburg reist am Samstag, 5. Oktober, vom Rheindeich ins Stadion Niederrhein. Der Anstoß erfolgt um 14 Uhr.

Bor. Dortmund U23: Oelschlägel – Morey (51. Hippe), Balerdi, Rente, Finnsson - Tunga-Malanda, Hober (68. Ruprecht), Kaastrup (87. Rizzo) – Boyamba, Tigges, Führich (74. Wanner).

RW Oberhausen: Davari – Popovic (70. Gödde), Propheter, Klaß, Herzenbruch – März, Müller, Odenthal (60. Steinmetz) – Oubeyapwa , Pisano (81. Kurt), Ubabuike (81. Stenzel).

Schiedsrichter: Kevin Domnick.

Tore: 1:0 Boyamba (32., Foulelfmeter), 2:0 Kaastrup (70.).

Zuschauer: 770.

Aktuell