Das Finale um den Niederrheinpokal gegen Rot-Weiss Essen

Nach 20 Jahren mal wieder den Pott holen

Als sich beide Mannschaften nach dem letzten gemeinsamen Meisterschaftsspiel am 27. April voneinander verabschiedeten, da war man zumindest nicht schlauer, was einen möglichen Ausgang des bevor stehenden Pokalfinales betraf. RWO startete forscher und spritziger in die Begegnung und führte durch einen Treffer von Yassin Ben Balla verdient zur Pause mit 1:0. Nachdem der selbe Akteur kurz nach dem Seitenwechsel einen Ausbau des Resultats verpasste, arbeiteten sich die Essener Gäste immer besser hinein in diese Partie und erzielten in der 82. Minute den verdienten Ausgleich. In der der darauf folgenden Druckphase konnten auch die Essener Gästezuschauer nicht anders. Sie stellten ihren seit einigen Wochen währenden Stimmungsboykott zumindest vorübergehend ein.

Doch wie kam es zu dieser Maßnahme? In der Woche vor der Halbfinalpartie gegen Jahn Hiesfeld kündigten die Fans an zu schweigen, bis die Leistungskurve wieder eindeutig nach oben zeigt. Das anschließende 5:0 gegen den Oberligisten reichte dann allerdings nicht für eine Beendigung des „Liebesentzuges“. Doch es tat sich in den Wochen nachdem feststand, dass RWE zum dritten Mal in Folge das Finale erreicht, so einiges an der Hafenstraße. So übernahm Karsten Neitzel das Traineramt vom angeschlagenen Argirios Giannikis, der bereits in der Winterpause angekündigt hatte, RWE auf jeden Fall im Sommer verlassen zu wollen. Das fanden die Fans unseres Nachbarn dann doch nicht so gut, und so fiel der Coach in beachtliche Ungnade bei der treuen Anhängerschaft. Und mit Neitzel sollte es dann besser laufen. Zwar setzte es in seinem ersten Spiel beim Wuppertaler SV noch eine Niederlage, doch danach lief es richtig rund. Aus den folgenden sieben Spielen wurden 15 Zähler geholt. Dass man zwischenzeitlich sogar in die untere Tabellenregion schielen musste, dürfte mittlerweile in Vergessenheit geraten sein. Und so wollte man sich am vergangenen Wochenende auch nicht dem Vorwurf aussetzen müssen, sich durch eine gewisse „Schonhaltung“ im letzten Spiel schon mal auf das Pokalfinale vorzubereiten. Denn für den Gegner Fortuna Düsseldorf II ging es immerhin noch um den Klassenverbleib. Und während sich die erste Mannschaft der Landeshauptstädter 90 Minuten später anschickte, in Nürnberg die Meisterschaft in der 2. Liga klar zu machen, schickte RWE die Fortunen durch ein 1:1 am Flinger Broich erst einmal in die Oberliga. Was sich dann noch zum Positiven wendet, wenn der KFC Uerdingen den Aufstieg in Liga 3 schaffen sollte.

Allerdings wurde der Punktgewinn auch teuer erkauft. Kevin Grund und Robin Urban verletzten sich beide am Knöchel und drohten erst einmal auszufallen. Definitiv fehlen werden auf jeden Fall Cedric Harenbrock (Kreuzbandriss), Marcel Lenz (Sehnenabriss) sowie Roussel Ngankam (Muskelfaserriss). Wieder dabei ist Routinier Dennis Malura, der in einem überregional beachteten Interview mit der „Bild-Zeitung“ zugegeben hatte, das rauchfreie Tabakprodukt „Snus“ zu konsumieren. Die Verantwortlichen strichen ihn für eine Begegnung aus dem Kader, nun ist er aber nach einem klärenden Gespräch wieder dabei.

Vielleicht ja auch im Finale, das nach drei Jahren in Folge nun mal nicht an der Essener Hafenstraße ausgetragen wird. Dafür sorgten unter anderem die „Toten Hosen“,  für deren Auftritt am 24. Mai das Stadion gerade vorbereitet wird. Dafür ist das Stadion Niederrhein nun Austragungsort, mit schmucker neuen Tribüne. Bereits beim Testlauf im Spiel gegen Wattenscheid  hatte der Support der RWO-Fans durch die Nähe zum Spielfeld eine ganz neue Qualität.

Während sich RWE in den vergangenen Jahren häufig durch seinen Sieg oder durch die Finalteilnahme einen Platz im DFB-Pokal sichern konnte, muss man schon ein gewisses Alter erreicht haben, um sich an den jüngsten RWO Triumph im Niederrheinpokal zu erinnern. Er datiert vom 9. April 1998. In der Verlängerung schlugen die „Kleeblätter“ den SV Straelen mit 2:0 im Stadion Niederrhein. RWO wäre jetzt eigentlich mal wieder an der Reihe!

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