RWO unterliegt Viktoria Köln unspektakulär mit 0:2 (0:1)

Grauer Samstag, graues Spiel

Es hat schon prickelndere Niederlagen als das 0:2 (0:1), das sich der SC Rot-Weiß an diesem grauen Oktobersamstag gegen den FC Viktoria Köln eingefangen hat. Köln agierte mit großem Respekt vor den Kleeblättern, aber die Gastgeber ließen im Abschluss den letzten Biss vermissen, der aus einer am Ende verdienten Niederlage ein Spektakel hätte machen können.

Bezeichnend war dafür schon der erste Durchgang, in dem das Tor der rechtsrheinischen Kölner den Spielverlauf nahezu auf den Kopf stellte. Nach einer kleinen Serie von Ballverlusten, Missverständnissen, Fehlstellungen und abgefälschten Bällen kam Torjäger Sven Kreyer ans Leder und stellte mit einem trockenen Schuss das 0:1 her (27.). Es blieb übrigens der einzige Torschuss der Kölner in der ersten Hälfte der Partie. Oberhausen hatte einige Möglichkeiten. Patrick Bauders gefühlvoller Heber nach einer Weigelt-Ecke fand seinen Meister in einer tollen Parade des starken Philipp Kühn, und Arnold Budimbu vertändelte nach tollem 40-Meter-Pass von Simon Engelmann den Ball im Viktoria-Strafraum. Da war mehr drin.

Auch im zweiten Durchgang blieb RWO die optisch überlegene Mannschaft, während die Viktoria sehr konzentriert wirkte und sich darauf beschränkte, den Spielstand unverändert zu lassen. Erstklassige Torgelegenheiten hätten sich für RWO ergeben können, da es an Flanken von links und rechts (Budimbu, Reinert, Fleßers, Weigelt) nicht fehlte, aber es es fehlte jene Giftigkeit im Gemüt, die den auszeichnet, der unbedingt ein Tor machen will.

Nachdem Simon Engelmann in der 78. Minute für ein taktisches Foul mit der Gelb-Roten Karte vom Platz gemusst hatte, ergriff Köln die Gunst des Augenblicks. Vor allem der kurz vorher eingewechselte Ex-Oberhausener David Jansen drückte aufs Tempo. Einen Kopfball von ihm stoppte noch der Pfosten (später klärte noch Garcia auf der Linie gegen ihn), doch Sekunden später vollendete Innenverteidiger Daniel Reiche elegant zum entscheidenden 2:0 (81.).

Stimmen zum Spiel

RWO-Trainer Mike Terranova: "Meiner Mannschaft will ich keinen großen Vorwurf machen, zumal Köln sehr, sehr gut gestanden hat. In der ersten Halbzeit haben wir uns Möglichkeiten erspielt, aber dann fällt nach einem leider für uns typischen Ballverlust das 0:1 aus einer Szene, vor der ich im Training immer wieder warne. Das ist ärgerlich. In der zweiten Halbzeit fehlten uns die Typen, die unbedingt das Tor machen wollten. Ich wollte eigentlich noch Boran Sezen bringen, aber da fiel das 2:0, und es war entschieden. Boran hätte es verdient. Köln hatte die entscheidende Effektivität und darum verdient gewonnen."

Viktoria-Trainer Marco Antwerpen: "Was ich gesehen habe, hat mir gut gefallen. Wir haben von Anfang an das Spiel kontrollieren können, was einem in Oberhausen selten kann. Trotzdem mussten wir einige Gelegenheiten für RWO zulassen. Nach der Pause waren wir noch besser im Spiel, und Oberhausen blieb ohne Torgelegenheit. Es war ein hochverdienter Sieg, und ich muss sagen, dass „Terra“ seine Sache hier sehr gut macht. Er hatte eine Mannschaft mit vielen Problemen übernommen."

Viktoria-Keeper Philipp Kühn: "Das ist unser Spiel, kontrolliert und sicher spielend, am Ende effektiv zuschlagen. RWO hat meines Erachtens gut gespielt, aber wenn wir gut drauf sind, ist es für jeden Gegen sehr schwer."

RWO-Angreifer Raphael Steinmetz: "Das Spiel hat vielleicht nicht so gut ausgesehen, aber man muss auch bedenken, gegen wen wir gespielt haben."

Aufstellungen

RW Oberhausen:
Udegbe – Reinert, Nakowitsch, Steurer, Weigelt – Budimbu, Scheelen (72. Garcia), Fleßers – Engelmann, Bauder – Kaya (67. Steinmetz).

Bank: Wozniak (Tor), Odenthal, Tunga Malanda, Neustädter, Sezen.

Viktoria Köln:
Kühn – Koronkiewicz, Lanius, Reiche, Eichmeier – Lejan (81. Backszat), Schwarz – Wunderlich, Gottschling, Golley (69. Heister) – Kreyer (D. Jansen).

Bank: Monath (Tor), Brzenska, Holzweiler, Saghiri.

Tore: 0:1 Kreyer (27.), 0:2 Reiche (81.).

Gelb: Bauder – Wunderlich, Kreyer, Schwarz. Gelb-Rot: Engelmann (78., wiederholtes Foulspiel).

Schiedsrichter: Dominik Jolk (Bergisch-Gladbach).

Zuschauer: 1967.

Foto: Ashley Greb

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