Regionalliga West: 28. Spieltag

Gegen WSV zum fünften Dreier im siebten Spiel

Am Freitag, 5. April, empfängt Rot-Weiß Oberhausen den Wuppertaler SV zum Flutlichtspiel im Stadion Niederrhein. Der Ball rollt ab 19:30 Uhr.

Der dritte Platz am Ende der vergangenen Saison war mehr als respektabel für den WSV. Immerhin musste man sich am Ende nur den durch umfangreiche finanzielle Zuwendungen verstärkten „Übermannschaften“ aus Krefeld und Köln geschlagen geben. Nicht nur auf Grund der Erfolge in der Vorsaison gehörte Wuppertal vor der Saison zum erweiterten Kreis der Mannschaften, die um den Titel mitspielen können. Dafür wurde der Kader qualitativ hochwertig verstärkt.

Unerwartet schlecht verlief dann allerdings der Start in die Saison. Christian Britscho, der nach dem dritten Platz der Vorsaison noch gefeiert wurde, musste bereits im September den Verein wieder verlassen. Man suchte nach dem Aus des hauptberuflichen Polizeibeamten am Zoo einen Trainer, der dem Verein in Vollzeit zur Verfügung steht. Adrian Alipour, der vom Oberligisten ASC Dortmund ins Bergische Land wechselte, verkörperte die gesuchten Tugenden. Hungrig und jung sollte der Trainer sein und dafür brennen, in der Regionalliga arbeiten zu dürfen. Es ging dann mit Alipour erst einmal aufwärts. Unentschieden gegen Viktoria Köln und Siege gegen RWO und beim SV Rödinghausen ließen aufhorchen. Sollte der WSV dann tatsächlich doch noch ganz oben mitmischen können?

Letztendlich nicht, weil die dramatischen finanziellen Probleme und die zahlreichen Turbulenzen den Verein an den Rand der Insolvenz und der totalen Handlungsunfähigkeit manövrierten. Zahlreiche, teilweise erst im Sommer verpflichtete Leistungsträger wurden abgegeben, um an anderer Stelle dringend benötigtes Geld einzusparen. Für Torjäger Christopher Kramer, der sich dem Südwest-Regionalligisten TSV Haiger-Steinbach anschloss, konnte noch ein Transfererlös erzielt werden. Nach 27 Spieltagen steht er immer noch an der Spitze der Torschützenliste in der Regionalliga West, obwohl er nur 20 Spiele für den WSV in dieser Saison bestritt. Allerdings wurde er vom Bonner David Mikel Bors eingeholt.

Ein Sieg in Aachen, sowie der Punktgewinn beim hohen Favoriten Viktoria Köln waren sportliche Ausrufezeichen. Dennoch erfolgte die Trennung von Alipour. Vor wenigen Tagen haben die Bergischen einen Nachfolger präsentiert: Die Verantwortlichen haben sich für den 33-jährigen Berliner Pascal Bieler entschieden, weil er im Klub kein Unbekannter ist. Der frühere Profi spielte zu aktiven Zeiten für Hertha BSC Berlin, Rot-Weiss Essen, den 1.FC Nürnberg und später dann beim SV Wehen Wiesbaden, den Würzburger Kickers, Wacker Nordhausen und eben den WSV. Zudem durchlief Bieler die DFB-Nachwuchsabteilung bis zur U21-Nationalmannschaft.

Seit 2016 ist Bieler beim WSV. Damals kam er noch als Spieler für das Regionalliga-Team. 2018 wurde er Co-Trainer der U19, die er vor wenigen Wochen als Cheftrainer übernahm. Nun folgte für den Berliner also die zweite Beförderung in wenigen Tagen. Es wird interessant zu beobachten, wie sich das Team unter dem Neu-Trainer präsentieren wird. Denn trotz der jüngsten Erfolge darf man in Wuppertal den Blick nicht gänzlich von den unteren Tabellenregionen abwenden.

Dafür dass die Gäste in Oberhausen nichts holen werden, wollen die Jungs von RWO-Cheftrainer Mike Terranova sorgen. Nach dem 1:0-Erfolg in Rödinghausen soll nun wieder ein Heimsieg her. Für Terranova und sein Team gibt es in doppelter Hinsicht noch etwas gut zu machen. Da wäre einerseits das Hinspiel, in dem die Rot-Weißen keinen Fuß auf den Boden bekamen und mit 0:2 abgefertigt wurden. Auf der anderen Seite stehen noch die ersten sieben Minuten aus dem letzten Heimspiel gegen Düsseldorf II im Raum. Die haben Terras Jungs nämlich völlig verpennt. Als sie ins Spiel fanden, stand es bereits 0:2. Doch dadurch ist der Kraftakt, den es am Ende brauchte, um mit einem 3:3 einen versöhnlichen Spielabschluss zu generieren, nicht minderwertig abzutun. Auch das muss man erstmal leisten.

Auf die Kraftzutaten von Tim Hermes wird Terranova verzichten müssen, da sich der Linksfuß in Rödinghausen seine fünfte Gelbe Karte eingefangen hat. Auch Nico Klaß und Philipp Eggersglüß werden gegen den WSV nicht im Kader stehen. Klaß wurde erfolgreich an der gebrochenen Nase operiert und wird voraussichtlich nächste Woche wieder ins Training einsteigen. Bei „Eggi“ lässt eine Wadenverletzung, die er sich unter der Woche im Training zugezogen hat, einen Einsatz nicht zu. Außerdem fehlen die bisherigen Verletzten Patrick Bauder, Shaibou Oubeyapwa, Jasper Stojan und Maik Odenthal. Hinter dem Einsatz von Torjäger Philipp Gödde steht noch ein Fragezeichen. Der Angreifer laboriert aktuell an einer Hüftverletzung, die er sich beim 1:0-Sieg in Rödinghausen zugezogen hat. Sein Einsatz entscheidet sich erst am Spieltag. Dafür steht Kai Nakowitsch nach abgesessener Gelbsperre wieder im Kader.

„Trotz der Ausfälle haben wir eine gute Trainingswoche hinter uns und sind heiß darauf, unsere Serie fortzusetzen“, will Terranova auch im siebten Pflichtspiel nach Jahreswechsel den fünften Dreier einfahren. „Wir haben einen starken, ausgeglichenen Kader. Mit der Unterstützung unserer Fans werden wir das Stadion Niederrhein zum Kochen bringen.“

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