29. Spieltag: 1. FC Kaan-Marienborn – RW Oberhausen 3:4 (2:2)

Der „Fußballgott“ will anscheinend einen ausgeben

Rot-Weiß Oberhausen hat das Auswärtsspiel vom 29. Spieltag der Regionalliga West gewonnen. Vor 638 Zuschauern besiegte der Tabellenzweite den 1. FC Kaan-Marienborn im Siegener Leimbachstadion mit 4:3 (2:2).

Wer bislang noch nicht an den „Fußballgott“ glaubt, der sollte sich einfach mal in die letzten Ergebnisse der Kleeblätter einlesen. Ob beim späten 3:3 gegen Düsseldorf, dem 2:1-Filmabend gegen Wuppertal, oder nun im Siegerland – am Ende waren es immer die Oberhausener, die die Fäuste jubelnd in den Himmel streckten. Und nicht weniger selten platzte der Knoten erst in den letzten Minuten.

Beim aufopferungsvoll kämpfenden Tabellen-17. hingen die Trauben hoch. In der Anfangsphase waren die Gastgeber tonangebend und hätten bereits in der ersten Minute nach einem Fehler in der Hintermannschaft in Führung gehen können. Im zweiten Aufeinandertreffen überhaupt merkte man dem Team von Ex-Profi Thorsten Nehrbauer an, dass es nach dem 3:2-Hinspielsieg die weiße Weste wahren wollte. Hinzu kamen die immer wieder einsetzenden Schneestürme im Leimbachstadion. Darum musste das Toreglück auch mit Gewalt erzwungen werden. Raphael Steinmetz hämmerte den Ball aus rund 30 Metern auf das Tor von Jonas Brammen – mit Erfolg! Von der Querlatte knallte der Ball hinter die Torlinie zum 1:0 (18.). Steinis Fackel schien eine Signalwirkung zu haben, denn die Körpersprache der Oberhausener sagte plötzlich aus: „Hier gewinnt nur ein Team!“ Und so war es auch kein Wunder mehr, dass Cihan Özkara der Ball nach einer Hereingabe von Yassin Ben Balla auf den Fuß fiel. Drei Meter vor der Torlinie war das keine Herausforderung mehr für den Angreifer – 2:0 (26.)! Der „Fußballgott“ hat entschieden: Das vielzitierte Spielglück war auf Oberhausener Seite!

Aber der „Fußballgott“ hatte sich noch nicht endgültig festgelegt, wem er mehr die Daumen drückt, denn er bedachte auch die Gastgeber mit zwei Geschenken. Beim ersten Präsent rutschte der Ball unter mehreren Abwehrbeinen durch, sodass Burak Gencal am Ende der Fehlerkette den Ball zum 1:2 nur noch an Daniel Davari vorbei ins Tor schieben musste (32.). Auch beim 2:2 hatte der „Fußballgott“ den Oberhausener Abwehrspielern zwischenzeitlich ihre Talente „gemopst“, denn die schauten nahezu tatenlos zu, wie der Schütze des Anschlusstreffers auch den 2:2-Pausenstand markierte (36.).

Nach dem Seitenwechsel drehte sich auch das Spielergebnis. Tiziano Lo Iacono vermittelte den Kleeblättern mit dem 3:2-Führungstreffer, dass der zweite Durchgang bereits voll im Gange war (52.).

Und plötzlich waren Parallelen zum Hinspiel zu erkennen, das die Kleeblätter damals drei wichtige Zähler gekostet hatte – mit einem entscheidenden Unterschied: Diemal erzielte Lo Iacono das 3:2 rund 40 Minuten zu früh, denn der „Fußballgott“ hatte sichtlich Spaß am Wechselbad der Gefühle.

Doch Oberhausens persönlicher „Fußballgott“, Cheftrainer Mike Terranova, hat in der Rangfolge anscheinend mehr zu sagen. „Terra“ packte seinen Edeljoker Tarik Kurt aus und der stach: Erst markierte der 21-Jährige das versöhnliche 3:3 (76.), mit dem Schlusspfiff gelang ihm sogar noch das erlösende 4:3 für seine schwarz gekleideten Rot-Weißen (89.).

Der „Fußballgott“ will den Rot-Weißen im Liga-Endspurt anscheinend einen ausgeben. Warum sonst sollte er ein solches Spiel mit diesem Ausgang auf den Rasen pinseln? Man sollte sich allerdings nicht zu sehr auf so viel Geberlaune von höherer Stelle verlassen. Stattdessen wäre ein drittligareifer Support am Ostersonntag gegen die U23 vom 1. FC Köln (14 Uhr, Stadion Niederrhein) sicher das deutlich bessere Faustpfand. Der in 2019 noch ungeschlagene „Effzeh“ kommt mit einer nahezu tadellosen Empfehlung an die Lindnerstraße. Zuletzt gewannen die Jung-Geißböcke mit 2:0 gegen den BVB-Nachwuchs und 2:1 beim Tabellenführer Viktoria Köln. Parallel zum 4:3 der Oberhausener in Siegen trennte sich das Team von André Pawlak mit einem torlosen Remis von der SG Wattenscheid. Da die Domstädter im Kampf um den Klassenerhalt auch noch jeden Punkt benötigen, wird es garantiert ein packender Ostersonntag. Und sind wir mal ehrlich: Zwischen Ostereier, Mittag und Kuchen passt auch garantiert ein Fußballspiel. Also: Keine Ausreden! Enspurt! Jetzt!

1. FC Kaan-Marienborn: Brammen – Yigit, Schneider, Gänge, Scheld – Gencal, Brato, Kurt, Tomas – Lo Iocano (71. Ramaj), Waldrich (82. Muhovic).

Rot-Weiß Oberhausen: Davari – Nakowitsch (46. Jordan), Löhden, Odenthal – Reinert (71. Kurt), Ben Balla, Hermes – März, Steinmetz – Gödde, Özkara (64. Schumacher).

Schiedsrichter: David-Markus Koj (Wegberg).

Tore: 0:1 Steinmetz (18.), 0:2 Özkara (26.), 1:2 Gencal (32.), 2:2 Gencal (36.), 3:2 Lo Iocano (52.), 3:3 Kurt (76.), 3:4 Kurt (89.).

Zuschauer: 638.

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