Das Auswärtsspiel bei der U21 des 1. FC Köln

Das Leben muss irgendwie weitergehen

Der Schreiber dieser Zeilen muss sich erst einmal bei seinen Lesern entschuldigen. Entschuldigen dafür, dass die vorliegende Gegnervorstellung ein bisschen anders ist als gewohnt. Wer kam? Wer ging? Und wie läuft es sportlich so? Okay, das steht jetzt mal ein bisschen hinten an. Denn vor wenigen Wochen wurde mal wieder brutal deutlich aufgezeigt, dass Fußball eine schöne Nebensache ist. Nicht mehr und nicht weniger.

In Köln, beim Effzeh läuft es nicht gut. Die erste Mannschaft kann nach der famosen vergangenen Saison mit der Qualifikation für den europäischen Fußballwettbewerb nach 25 Jahren überhaupt noch nicht die Leistungen und Ergebnisse liefern, die man sich in der Stadt mit dem Dom so wünschen würde. Auch die zweite Mannschaft läuft sportlich im Gleichschritt mit der ersten. Nach einer sehr guten Vorsaison, in der am Ende 51 Punkte für einen stabilen Mittelfeldplatz reichten, geht derzeit gar nichts. Erst ein Sieg und der mittlerweile letzte Tabellenplatz in Liga vier.

Als RWO vor einigen Wochen daheim gegen den TuS Erndtebrück spielte, war Uwe Fecht, Co- Trainer von Patrick Helmes noch als Beobachter im Stadion Niederrhein. Fecht, der in den Jahren zuvor in ähnlicher Funktion bereits für Alemannia Aachen und den KFC Uerdingen gearbeitet hatte, war ein häufiger und immer wieder gerne gesehener Gast in Oberhausen. Durch seine offene und ruhige Art, war er im Presseraum ein interessanter Gesprächspartner, mit dem man die Ereignisse der Liga vollkommen ruhig und sachlich diskutieren konnte. Bei seinem letzten Besuch im Stadion betonte er noch mal, dass es beim 1. FC Köln trotz der schlechten sportlichen Ergebnisse vollkommen ruhig abläuft. Eine Ruhe übrigens, die er bei seinen Besuchen in Oberhausen auch beobachten konnte und auch immer wieder betonte, wie hoch er die Leistungen und die Arbeit beim SC Rot-Weiß Oberhausen einschätzt. Klar, dass er auch angesprochen wurde auf die Wettbewerbsverzerrung die entsteht, wenn die so genannten „U-Mannschaften“ Verstärkung von oben erhalten. „Okay, doch man sollte auch mal die andere Seite sehen. Als U21 haben wir einen Ausbildungsauftrag und müssen dafür sorgen, dass wir den Leuten von oben Spielpraxis verschaffen. Das hat nicht nur Vorteile für uns. Ganz im Gegenteil! Selbst wenn jetzt zwei klassische „Sechser“ runterkommen, müssen wir die Leute irgendwie einbauen. Das passt oft nicht wirklich gut, doch letztendlich machen wir es gerne, weil es dem Gesamtkonzept dient,“ entgegnete er dann.

Drei Tage nach seiner Spielbeobachtung der „Kleeblätter“ gegen den TuS Erndtebrück erlitt Uwe Fecht auf dem Trainingsgelände des 1. FC Köln einen schweren Herzinfarkt, von dem er sich nicht mehr erholen sollte. Die Hoffnung, mit ihm am Rande einer Regionalligabegegnung mal wieder ganz entspannt fachsimpeln zu können, erfüllte sich nicht. Gut zwei Wochen nach den dramatischen Ereignissen am Geißbockheim verstarb Fecht in der Kölner Uni-Klinik an den Folgen seines Herzinfarktes.

Bereits eine Woche nach dem Infarkt seines Co-Trainers, stellte Patrick Helmes sein Amt als Cheftrainer der U21 zur Verfügung. Er wollte die Ereignisse erst einmal aufarbeiten, wofür man beim FC vollstes Verständnis aufbrachte.

Die Nachfolge von Helmes trat erst einmal Daniel Meyer an, der das Nachwuchsleistungszentrum der Kölner leitet. Leider bleib ihm der ganz große Einstand verwehrt, denn in seinem ersten Spiel musste er sich in einem umkämpften Spiel mit 3:4 dem Nachbarn Viktoria geschlagen geben.

Mittlerweile fand man am Geißbockheim eine absolut nachvollziehbare Nachfolgeregelung für die U21. Andre Pawlak, der in der vergangenen Saison den Aufstieg mit dem KFC Uerdingen feiern durfte und zuletzt als U17-Coach in Köln tätig war, übernahm die „reizvolle aber nicht ganz einfache Aufgabe“. Immerhin schaffte der A-Lizenzinhaber zuvor bereits mit der SG Wattenscheid 09 sowie der SSVg Velbert den Aufstieg in die Regionalliga.

Für die U21 der Kölner ist dies die erste Begegnung nach dem Tod ihres Co-Trainers. Die Begegnung mit Alemannia Aachen, die eigentlich am vergangenen Wochenende stattfinden sollte, wurde auf Wunsch der Kölner kurzfristig abgesagt.

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