U19 – A-Junioren-Bundesliga West

„Bei uns wird sich niemand zurücklehnen“

Während das Team um Mike Terranova durch die letzten Erfolge gegen Uerdingen und Aachen für positive Schlagzeilen sorgen konnte, spielt unsere U19 eine beeindruckende Serie in der Junioren-Bundesliga. Auch das Viertelfinale im Niederrheinpokal konnten Dimi Pappas und seine Jungs für sich entscheiden. Leider musste die Partie gegen die jungen Fohlen am vergangenen Wochenende witterungsbedingt abgesagt werden. Aber wir nutzen diese Pause, um die jüngste Vergangenheit unserer Nachwuchs-Kicker Revue passieren zu lassen.

Nachdem sich die U19 unter Mike Tullberg in der Saison 2015/16 sensationell den Aufstieg erarbeitet hat, folgte eine Saison mit Herzschlag-Finale. Bis zum letzten Spieltag wurde um den Klassenerhalt gezittert. Als dann im letzten Saisonspiel gegen Arminia Bielefeld in der 89. Minute der Gegentreffer fiel, schien es, als würde RWO um den verdienten Lohn gebracht werden. Ein Gefühl, das vielen Rot-Weiß-Fans in den vergangenen Jahren wohl des Öfteren begegnete. Doch dieses Mal sollte es anders kommen. In der zweiten Minute der Nachspielzeit spitzelte Julian Krupka den Ball über die Linie. Der Jubel war grenzenlos und die Mannschaft konnte sich vor den knapp 300 Oberhausener Fans feiern lassen. Auch wenn im Nachhinein klar wurde, dass selbst eine Niederlage nicht den Abstieg bedeutet hätte, konnte ihnen keiner mehr vorwerfen nicht Alles gegeben zu haben.

Während Mannschaft und Fans wohl noch Tage später freudig über den Klassenerhalt sinnierten, war der Verein schon in der fortgeschrittenen Planung der nächsten Saison. Denn in einer U19 bedeutet ein Saisonende vor allem eines: Umbruch! Viele Spieler scheiden altersbedingt aus, andere bewerben sich innerhalb des Vereins für höhere Aufgaben oder suchen ihr Glück außerhalb von Oberhausen. So konnte sich ein Leistungsträger des vergangenen Jahres, Chris Führich, neben 19 Einsätzen für die Kölner Amateure in der Regionalliga West auch schon zwei Mal in der 1. Bundesliga und einmal im DFB-Pokal für die Geißböcke vorstellen. Neben den sportlichen Erfolgen in Liga und Pokal sind vor allem solche Nachrichten Bestätigung für die exzellente Jugendarbeit bei RWO.
Aber nicht nur Spieler mussten verabschiedet werden, sondern auch der Erfolgscoach Mike Tullberg nach insgesamt vier Jahren als Trainer im Jugendbereich. Mit der Übernahme der U19 am 27.02.2014 hat sich ein ehemaliger RWO-Spieler ein weiteres Mal sehr verdient für den Verein gemacht und mit dem Klassenerhalt in der vergangenen Saison konnte Tullberg seine rot-weiße Laufbahn mit großem Erfolg krönen. Apropos Tullberg: Momentan steht er mit der U19 von Aarhus GF in der höchsten dänischen Spielklasse hinter Midtjylland, Bröndby IF und FC Copenhagen auf Rang 4 und setzt seine erfolgreiche Arbeit somit fort. An dieser Stelle weiterhin alles Gute nach Dänemark.

Nun aber wieder zurück nach Oberhausen. Zu Beginn der laufenden Saison stand der neue Trainer Dimitrios Pappas, der schon bald von Benjamin Weigelt unterstützt werden sollte, vor der Aufgabe, eine nahezu völlig neue Mannschaft zusammenzustellen und vorzubereiten. Dass dies kein Spaziergang wird, war von Vornherein zu erwarten und so überraschten auch die Niederlagen gegen Düsseldorf und Bochum an den ersten beiden Spieltagen nicht. Aber schon am dritten Spieltag sollte der erste Dreier durch den 1:0 Sieg gegen den SC Paderborn auf das Konto der Kleeblätter wandern. Natürlich musste man gegen internationale Top-Mannschaften wie Schalke oder Dortmund auch mal wieder Punkte liegen lassen. Aber das Team konnte auch viele Achtungserfolge einfahren, die dafür sorgten, dass die Mannschaft jetzt dort steht wo sie steht. Besonders hervorzuheben sind wohl die Siege gegen Mönchengladbach, Leverkusen und auch gegen die Nachbarn aus Duisburg. Aber auch in den übrigen Spielen zeigte die Mannschaft eine konstante Leistung und verkaufte sich gegen die „Großen“ der Liga über Wert. Mit Kampfgeist und Biss konnte die Mannschaft so manches Spiel drehen, wichtige Punkte einfahren und die Zuschauer überzeugen. Hier wird geackert und gekämpft, so manch ein Bundesliga-Star könnte hier wohl noch etwas lernen.

Man darf es niemandem verübeln, der kurzzeitig sogar von mehr geträumt hat. Nun steht die U19 auf Platz 7 und muss sich mit 28 Punkten nicht verstecken. Platz 4 ist punktetechnisch in Reichweite, allerdings macht die Tordifferenz einen Strich durch die Rechnung. Nichtsdestotrotz können Mannschaft, Verein und Fans stolz auf das Erreichte sein. Der Klassenerhalt ist mit 14 Punkten Vorsprung so gut wie sicher, doch das Team wird sich selbstverständlich nicht zurücklehnen. Vielmehr kann man sich im Endspurt der Saison auf Platz 5 vorkämpfen und hat somit die Chance, die sensationelle Saison mit einem noch größeren Ausrufezeichen zu beenden. Den Respekt der gesamten West-Staffel wird die Truppe schon jetzt innehaben.

Abschließend kann man dem Verein nur gratulieren. Man darf nur immer wieder betonen, mit welch eingeschränkten Mitteln hier mittlerweile eine Adresse geschaffen wurde, die auch über Oberhausens Grenzen Beachtung findet. Das Nachwuchsleistungszentrum an der Lindnerstraße ist mehr als nur ein Auffangbecken, sondern auf Schlagdistanz zu den Ausbildungsstätten der Bundesligisten. Die harte Arbeit hat sich gelohnt und die U19 gilt als Aushängeschild für den Verein, das Nachwuchsleistungszentrum und für die gesamte Jugendarbeit. Auch für die gesamte Stadt, die mit Arminia Klosterhardt in dieser Saison gleich zwei Mannschaften in der höchsten Junioren-Spielklasse bewundern darf, kann dieses Team als Aushängeschild angesehen werden. Wer weiß, wohin der Weg in den nächsten Jahren noch führen kann.

Genug der Worte. Wer sich selber von der historischen Saison unserer Nachwuchs-Kicker überzeugen möchte, soll die Möglichkeit dazu bekommen: Am Sonntag, den 11. März, treten unsere Kleeblätter um 11 Uhr in Klosterhardt zum Stadtderby an und vier Tage später am 15. März empfängt RWO den VfL Bochum im Stadion Niederrhein.

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