Tim Hermes ist Schütze des „goldenen Tores“ in Rhynern

Auswärtssieg läutet die Rückrunde ein

Nach drei Unentschieden in Folge haben die Kleeblätter mal wieder gewonnen. Das 1:0 (1:0) beim SV Westfalia Rhynern ist auch deshalb bemerkenswert, weil es einerseits den zweiten Auswärtssieg der Saison markierte und andererseits den Beginn der Rückrunde einläutete. Anders gesagt: RWO hat einen guten Wiederanfang gemacht. Schütze des einzigen und somit „goldenen“ Tores war Tim Hermes. Oberhausen ist nun Tabellendritter.

 Bei der Betrachtung der Partie darf man vor allem einen Umstand nicht außen vor lassen: Der Platz in der „EVORA-Arena“ in Hamm (Spielstätte der Hammer Spvgg.) war in einem miserablen Zustand und hätte ob seiner Tiefe und Elastizität Turnierpferden bestens gefallen. Das ist immer ein Vorteil für technisch weniger beschlagene und unterlegene Mannschaften. RWO tat sich auf dem Geläuf, auf dem ein Flachpass auf drei Metern viermal hoppelte, bisweilen sehr schwer. Dazu kam ein Gegner, der nach zwei klaren Niederlagen hintereinander eine dritte Klatsche unbedingt vermeiden wollte und sich fast die kompletten 90 Minuten lang an die Traineranweisungen hielt, hart attackierte und eng markierte.

Das Match befand sich noch in der Abtastphase, als Schiedsrichter Cem Sayilgan (Gummersbach) eingriff: Einen Angriff von Daniel Heber gegen Mathieu Bengsch im Strafraum bewertete er also so unfair, dass die Konsequenz Strafstoß hieß. In der 7. Minute legte sich Lucas Arenz den Ball zurecht, geriet bei dem Schuss in Rücklage, und der Ball flog über den Kasten. Aufatmen bei RWO und verbessertes Spiel nach vorn, dessen Folge gut zehn Minuten später das Tor des Tages war. Patrick Bauder nahm im Mittelfeld einen von Jasper Stojan abgewehrten Ball auf und bediente steil den am rechten Flügel startenden Tim Hermes. Der umkurvte vor der Strafraumgrenze einen Verteidiger, legte sich den Ball auf den stärkeren linken Fuß und zog scharf und ziemlich flach ins linke Eck – Tor!

Es gab solche Situationen im weiteren Verlauf des Spiels nicht mehr, weil Rhynern sich nicht mehr so weit nach vorn traute, wie das nach dem verschossenen Elfmeter minutenweise der Fall gewesen war. Interimtrainer Justin Wurst gab später die Begründung: „Wir wollten nicht schon wieder eine hohe Niederlage einfahren.“ Folge: Das Spiel wurde nicht besser, zumal kurze Kombinationen auf engem Raum so gut wie unmöglich waren. Aufreger in den Strafräumen blieben also auch aus, wenn da nicht die 89. Minute gewesen wäre.

Wir erinnern uns: Sie hatte schon in Essen und gegen Wegberg-Beeck Bedeutung: Diesmal gab es eine der ganz wenigen Ecken für Rhynern, und es gab aus dem Getümmel heraus einen Schuss an die Unterkante der Latte. Der Schuss sprang unklar ab, touchierte wohl noch einmal das Torgestänge und wurde schließlich zur Ecke geklärt. Kurz darauf begann die dreimünütige Nachspielzeit, in der es keinen Aufreger mehr gab. Drei Punkte zündeten schließlich die Kerzen auf der Geburtstagstorte für Mike Terranova an, der am Freitag 41 Jahre jung geworden und beim Auflaufen von den RWO-Anhängern mit „Happy Birthday“-Gesang begrüßt worden war.

Daten zum Spiel

Westfalia Rhynern – RW Oberhausen 0:1 (0:1)

Rhynern: Hahnemann – Wiese, Neumann, Cieslak, Apolinarski – Homann, Hönicke (84. Beilfuß), Gambino (70. L. Kleine), Bengsch – Andzouana, Arenz (70. Tekiela). Trainer: Wurst.

Bank: Eul (Tor), Polk, J. Kleine, Böhmer.

Oberhausen: Udegbe – Heber, Haas, Stojan, Odenthal – Scheelen, Fleßers (54. Ben Balla) – Garcia, Bauder, Hermes (75. Lorch) – Schikowski (46. Kurt). Trainer: Terranova.

Bank: Wozniak (Tor), Topal, Langen, Ihenacho.

Tore: 0:1 Hermes (18.).

Gelbe Karten: Bengsch, Homann, Cieslak, Andzouana – Hermes, Heber, Stojan.

Schiedsrichter: Cem Sayilgan (Gummersbach) mit Sascha Weirich und Martin Tietze an den Linien.

Zuschauer: 482.

Besonderheit: Arenz verschießt Strafstoß (7.).

Stimmen zum Spiel
RWO-Trainer Mike Terranova: Natürlich hatten wir uns drei Punkte gewünscht, hatten uns aber nicht vorgestellt, dass sie fast glücklich und durch einen hart umkämpften Sieg gekommen sind. Wir spielen uns normalerweise etwas heraus, aber das war auf diesem Platz so gut wie unmöglich. Wenn Rhynern den Elfmeter nutzt, wird es für us doppelt schwierig, aber es war auch so nicht einfach. Bis zum letzten Drittel haben wir alles noch ganz gut gemacht, aber dann gelang nur noch wenig. Vielleicht ist es ganz gut, mal so einen dreckigen Sieg zu landen. Drei Punkte und der dritte Platz sollen Selbstvertrauen geben. Wir wissen, dass unsere Mannschaft weit besser ist als heute gezeigt.

Westfalia-Trainer Justin Wurst: Mit einem 0:1 kann man natürlich nicht zufrieden sein, sonst müsste ich was anderes machen – zum Angeln gehen oder wandern oder so. . . Nein, wir wollten tief stehen, crossover spielen, mit Chip-Bällen nach vorne kommen und auf gar keinen Fall wieder so hoch verlieren. Das Gegentor hat gezeigt, wie gut Oberhausen nach einer Pressing-Situation nach vorne gehen kann. Meine Jungs haben meine Anweisungen befolgt, schade, dass wir kein Tor erzielt haben, aber am Ende fällt der Ball einfach nicht hinter die Linie.

 

 

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