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Riesig, RWO!
03.05.2009
30. Spieltag Alemannia Aachen - RW Oberhausen 2:2 (1:1)
Riesig, RWO!

Riesig, RWO! Dank einer erstklassigen kompakten Mannschaftsleistung hat sich der SC Rot-Weiß Oberhausen am 30. Spieltag der 2. Bundesliga ein hochverdientes 2:2 (1:1)-Unentschieden beim Aufstiegs-Aspiranten Alemannia Aachen erkämpft und damit einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt gemacht.

Sechs Punkte Vorsprung hat die Mannschaft von Trainer Jürgen Luginger auf den Relegationsplatz, den der VfL Osnabrück (1:0 beim SV Wehen Wiesbaden) belegt.

„Mit einem Heimsieg gegen Wehen am nächsten Freitag können wir die 40-Punkte-Marke überschreiten. Das bleibt unser Ziel. Und wenn ich sehe, wie die Jungs in Aachen aufgetreten sind, dann habe ich keine Bedenken“, lobte Luginger seine Elf.

Auch Aachens Trainer Jürgen Seeberger, dessen Team zuvor fünf Spiele in Serie – davon vier Mal in Folge ohne Gegentor – gewinnen konnte, zollte den „Kleeblättern“ Respekt: „Ein gerechtes Unentschieden. Oberhausen hat eine starke Leistung geboten und uns alles abverlangt.“

Jürgen Luginger hatte für den letzten RWO-Auftritt am legendären Tivoli – das neue Aachener Stadion entsteht nur wenige hundert Meter Luftlinie davon entfernt – das System umgestellt: hinten verteidigten Dimitrios Pappas, Benjamin Reichert, Thomas Schlieter und Daniel Embers in einer Viererkette. Und diese stand gleich in den ersten Minuten mächtig unter Druck.

Die Gastgeber legten ein höllisches Tempo vor und hatten durch Hervé Oussalé (1./3.) und Cristian Fiel (3.) gleich drei gefährliche Szenen im Rot-Weiß-Strafraum. Nach einer knappen Viertelstunde prüfte Matthias Lehmann den glänzend aufgelegten Sören Pirson, der den von Markus Kaya abgefälschten 20-Meter-Schuss sicher parierte.

Gerade als RWO immer besser ins Spiel kam und im Mittelfeld ballsicherer und zweikampfstärker wurde, ging die Alemannia in kurioser Art und Weise 1:0 in Führung. Aachens Senkrechtstarter Lewis Holtby knallte den Ball gegen die Latte und der Schiedsrichter-Assistent Florian Steinberg wollte den Abpraller hinter der Torlinie gesehen haben. Auch die Fernsehbilder brachten keine 100-prozentige Entscheidung, die Führungstreffer der Schwarz-Gelben blieb somit höchst umstritten (25.).

„Wir haben uns dadurch aber nicht aus der Ruhe bringen lassen, sondern sind immer stärker geworden. Dafür wurden wir mit dem Ausgleich folgerichtig belohnt“, so Luginger. Ein feiner Konter über Markus Kaya und Mike Terranova landete bei Christopher Nöthe, der vor Aachen-Keeper Thorsten Stuckmann auftauchte. Eiskalt schob Nöthe den Ball zum 1:1 ins Tor (37.). Kurz vor der Pause hätte der RWO-Stürmer sogar die Führung erzielen können, nachdem ihn Terranova erneut herrlich bedient hatte. Doch dieses Mal blieb Stuckmann Sieger.

„Samstagabend haben wir zusammen im Hotel Barcelonas 6:2-Sieg bei Real Madrid gesehen. Da haben die Barca-Stürmer eine ähnliche Situation verwandelt. So hätte ich es auch machen müssen“, ärgerte sich Nöthe und schmunzelte: „Deswegen spiele ich auch nicht beim FC Barcelona.“

Dass der Angreifer aber einen echten Killerinstinkt vor dem gegnerischen Tor hat, bewies er acht Minuten nach Wiederanpfiff. Kaya schickte Kim Falkenberg steil, dessen Hereingabe versenkte Christopher Nöthe im zweiten Versuch zum 2:1 (53.) für RWO. (Foto: Nöthe versenkt zum 2:1/Foto: Reichwein).

Das war der Auftakt für eine nervenaufreibende zweite Halbzeit. Markus Heppke (54.) und auf der anderen Seite Benjamin Auer (55.) hatten gute Chancen. Aachen erhöhte den Druck, war aber nur mit Distanzschüssen gefährlich, da sich die RWO-Defensive kompakt und aggressiv zur Wehr setzte: Jerome Polenz (59.) und Fiel (72.) fanden jedoch in Pirson ihren Meister, der die Schüsse mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte.

Eine Viertelstunde vor Schluss dann die entscheidende Szene: Mike Terranova scheitert bei einem Konter an Stuckmann und im Gegenzug gelingt den Gastgebern durch einen Kopfballtreffer von Auer der 2:2-Ausgleich (75.). Bitter: der Unparteiische Marco Fritz übersah unmittelbar vor dem Treffer ein klares Foulspiel an Tim Kruse. Luginger: „Wir waren dem 3:1 näher, als Aachen dem Ausgleich.“ Und Seeberger gab zu: „Stuckmann hat uns im Spiel gehalten.“

So aber kam es zu einer dramatischen und spannenden Schlussphase am Tivoli. Fiel traf aus elf Metern das RWO-Tor nicht (78.) und Auer (90.+4) köpfte aus kurzer Distanz vorbei, dann durften die „Kleeblätter“ einen wichtigen Punktgewinn bejubeln. „Eine Top-Leistung, gerade vor einer solchen Kulisse“, war der Rot-Weiß-Trainer stolz auf den letzten Oberhausener Pflichtspielauftritt am Tivoli.

Aachen: Stuckmann – Polenz (64. Müller), Casper, Olajengbesi, Achenbach – Brinkmann (74. Milchraum), Lehmann, Fiel, Holtby – Oussalé (79. Özgen), Auer.

RWO: Pirson – Pappas, B.Reichert, Schlieter, Embers – Falkenberg (90. Uster), Kaya, Kruse, Heppke (79. Schüßler) – Terranova (87. de Cock), Nöthe.

Tore: 1:0 Holtby (25.), 1:1, 1:2 Nöthe (37./53.), 2:2 Auer (75.). – Schiedsrichter: Fritz (Korb). – Zuschauer: 20.700. – Gelbe Karten: Auer, Oussalé – Pappas, Falkenberg.

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